[Music: New Model Army - Purity]
So. Ich hab wieder Drehbücher geschrieben. Einen ganzen Haufen, eins packender, als das andere. Allerdings scheint die Diskrepanz zwischen dem
"scheiß die Wand an, das wird geil!" und der tatsächlichen Chance einer Umsetzung unüberwindbar groß zu sein.
Denn wenn sich der großartige Moment des Erfolgs ohne Vorwarnung in sein Gegenteil verkehrt, wenn das erhoffte Wunder ausbleibt, wenn
das karierte Wunschkonzert wegen Regen und Entscheidungsfindungsstörungen abgesagt wird, dann will man ihn verfluchen, den verdammten wunderschönen
Vollmond, der absolut ungerührt auf alles herabscheint, was er angerichtet hat.
Auf einmal reflektieren all die Scherben in der Dunkelheit, funkeln so faszinierend unbarmherzig, dass sie dich verstörend tief in die
Regression treiben und mitten auf einer Straße aussetzen, die nichts anderes als unsichtbare Leere vorantreibt.
Verliert ein Moment an Bedeutung, weil du ihn mit niemandem teilen kannst, oder verleiht ihm gerade diese durchdringende Einsamkeit einen
unbeschreiblichen Wert?
Der Sumpf zerrt, aber die Wildkatze sträubt sich, plant weise vorausschauend die Flucht nach vorn, stolpert durch Nutella-Torten, tapst mit den
Pfoten die Wände hoch und hinterlässt auf dem Kopf stehende Enten, die wunderbar dämlich auf die weiße Befreihung glotzen, dich dann im Taxi
zum nächsten Sofa schicken, auf dem bereits ein Teilzeit gefährlicher Wachhund seinen Platz für einen Motion-Picture-Entertainment technisch eher
miesen, dafür aber Wohlfühl-Faktur mäßig sehr erfolgreichen Abend eingenommen hatte.
Der nächste Tag war reserviert für Feng Shui Teil srylosttrackofcount und Altlasten-Entledigung, was einen äußerst erstaunlichen Effekt erzielte
und endlich, nach all den Jahren, den Reizüberflutungs-Overkill mit längst abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum entlarvte und kurz
entschlossen auf den Müll beförderte.
Also, hab mich wieder gefangen, freu mich über die Menschen in meinem Leben und verfolge wieder meinen do-it-yourself Plan.
Aber da streunt ein Gedanke in meinem Kopf herum, den ich nicht verbannen kann und will. Den Timer hab ich ihm abgenommen, dennoch verbleibt
eine große, schräg-schöne Hoffnung.
Also konzentriere ich mich auf andere Dinge und bin doch ganz heimlich und leise unglaublich gespannt.
Und vor dem Rausgehen sind bitte die Kleider zu ordnen.