[Music: Hard-Fi - Feltham is singing out]
Man, warum nehme ich eigentlich immer mein Schreibgerät mit, wenn ich aufstehe?? Und wenn ich dann
wieder vor meinem Block sitze fällt mir auf, dass der Kuli noch im Bad liegt. Oder im Kühlschrank
halt. Mit Plektren ist es dasselbe, aber die hab ich eh immer zwischen den Zähnen. Meistens noch
bevor ich ins Bett gehe. Naja fast zumindest.
Egal, das war ja nu gar nicht Thema hier. Unser Thema waren dreieckige Enten, die sich auf dem
Weg in den Wald befinden, um dort ihren spirituellen menschlichen Begleiter zu retten, weil
dieser sich morgens das Shirt passend zur Autofarbe aussucht, sein Haupt aus dem Dachfenster
steckt, ein kurzes Pläuschchen mit dem Nachbarskopf über französische Sandwich-Buden hält und
anschließend in gemäßigter Eile mit seinem farblich zum Shirt passenden Auto zur Alltagshölle
Arbeit fährt.
Da muss man doch was tun, dachte sich das Ententier und zerrte seinen verwirrten Schützling
an Guru Purnima in die Wildnis, um dort Zeuge des praktizierten Loslassens zu werden und den schönsten
schrägen Hexentanz zu beobachten, den die Welt je gesehen hat.
Das Menschlein schaute blinzelnd und ein wenig befremdet auf die tanzende Menge und kippte vor
lauter Distanz erstmal eine Tasse Cappu in meine Tastatur.
Da wird er schon als einer unter tausend persönlich wiedererkannt, wurde vom überraschend witzigen,
aber normalerweise nicht kontaktaufnehmenden Entertainer angelächelt und alles, was in seinem
verkorksten Hirn herumspukt ist die Tatsache, dass er verdammt nochmal mehr als immer nur LIEB
ist und deswegen die ungezwungene Schönheit um sich herum gar nicht wahrnehmen konnte.
Die Ente auf Mission hält sich ihrerseits leider manchmal für einen heroischen Einpaarhufer
aus der Marlboro Werbung und glaubt, dass auch sie einfach HARUMAAAAAAAN herbeibrüllen kann,
schaut deshalb aus purem Selbstschutz nicht in den Spiegel und bricht dann zur 4:16 Min
Fuck-You-Ballade zaghaft in Tränen aus.
Eine Woche später ist alles vorbei, ganz weit weg, wie an dem Abend eigentlich auch, aber ruhiger.
Angenehmer. Federn und Finger zeigen in dieselbe Richtung, müssen sich nur noch auf eine
Sprache einigen.
Ich hab mir gestern die Winter-Edition eines Duschgels gekauft. Das Zeug riecht echt wie
Lebkuchen. Jetzt brauch ich noch Nikolaus-Socken und der Exzentriker-Spätsommer kann beginnen!