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by Vera W.

Working Progress (25.04.2007)

[Music: Sonata Arctica - Caleb]

Meine sehr verehrten Damen und Herren.
Zur heutigen Stunde von 'geistiger Auswurf zur Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit' möchten wir uns mit folgender Frage beschäftigen: "Wieviel wert ist ein Moment mit jemandem, der sich nicht daran erinnert?"
Wie eingebrannt in den einen Schädel, so rückstandslos gelöscht aus dem anderen.
Zumindest glaube ich das, denn hier stoßen wir auf den großen unbekannten Faktor, nennen wir ihn für den Moment Günther, unseres Problems.
Wer weiß denn schon um die unglaublichen Kapazitäten seines Unterbewusstseins? Geschweige denn die eines anderen.
Also steht man in einer Sackgasse, rein gedanklich, irritiert, fragend, still und leise genießend und weiß, dass dies ein kleines Geheimnis sein muss, welches sich ständig auf der Grenze zum Imaginären befinden, die Flucht ins Vergessen suchen und für immer nur im Dialog von Herz und Verstand diskutiert werden wird.
Nun, da sitz ich also hier, im Dunkel der Sonne, bei Möhren und ungesüßtem Cappu über Günther sinnierend, inmitten von spannenden menschlichen Beziehungen, die, trotz meines durchaus nervigen Talents dafür, keinen Namen bekommen können.
yinyang Der Streuner in mir ist glücklich, fühlt sich frei und erfährt im Kampf gegen meine Candida-Homies eine Schwerelosigkeit, die er lange vermissen musste.
Das heimatsuchende Hauskätzchen hingegen ist verunsichert, beruft sich auf Selbstständigkeit und beobachtet aus halbsicherer Position versteckt argwöhnisch die Ereignisse in seinem und meinem Leben.
Und so tanzt mitten in der Nacht eine einsame Gestalt mitten auf der Straße umher, die beide Aspekte in sich vereint und unter der Dualität der Dinge mal untergeht und mal aufblüht.

Es gibt so Sachen, die ich nie werde nachvollziehen können, immer wütend verachten werde, es zumindest versuchen will. Denn so ein immer oder nie braucht oft nur ein Erlebnis, eine Person, die dir zeigt, dass sich das alles doch nicht widerspricht, so wie bei dir selbst auch. Wo Schönheit Hand in Hand mit Abscheu daherkommt, deinen Moment der wertungsfreien Wahrnehmung auf die Probe stellt und danach die noch zwangsläufig folgende, an sich routinierte, moralische Kategorisierung stocken lässt.
Man darf also gespannt sein, wie das weitergeht, welchen Weg sich die Daseinsberechtigung und zugehörige Anerkennung suchen werden, wo sie aufblitzen, präsent sind und wo sie vor sich hin vegetieren, wie oft Vorstellung und Wunsch im Doppelpack deine Möglichkeiten limitieren werden und alles dransetzen, dein Glück auf einen Punkt festzunageln.
Damit wären wir wieder bei der unerträglichen Last der Leichtigkeit angelangt, beenden diese thematische Auseinandersetzung, lauschen dem Gitarrensolo und gehen kochen.
Vielen Dank und guten Appetit!

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Dein Herz ist frei, hab den Mut ihm zu folgen
[Braveheart]