[Music: Nada Surf - The way you wear your head]
Die Katze ist irritiert. Nein, sagen wir, sie hat sich soeben, den Kuli schon gezückt und der Rest
des Tieres in Schreiblaune, noch ganz schnell, ziemlich unnötig und doch viel zu absehbar in
diesen irritierten Zustand manövriert.
Da ist es doch wieder Thema, das fremdländische um-180°-Gedrehe, welches ursprünglich in einem
3-teiligen monumentalen Epos inklusive zukunftsweisendem Happy End berichtet werden wollte, sich dann
aber mit ohne eindeutigen Abschluss mitten im zweiten Kapitel den Wind aus den Segeln nahm und reichlich
unspektakulär die Bedeutung verlor.
2 kurze Sätze ohne Punkte reichen für einen Fehler, der seinen Platz zwischen nagender Ungewissheit
und meine-Güte-wie-egal-kann-jemand-sein sucht.
Mein Ego zeigt stumm und pikiert auf den Kalender der letzten Woche und versucht sich zur Abwechslung
mal wieder im Unglück verbreiten. Meine Selbstsicherheit kontert mit noch früher datierten Ereignissen,
stubst dann mein schlechtes Gewissen an und ermahnt es zur Aktivität.
Das war aber auch alles atypisch, da hätte man mich auch stockbesoffen auf 'ner Reggae Party
vorfinden können. Weiß nichtmal, ob das soviel schräger gewesen wäre.
Und während sich die verschiedenen 3 Instanzen um mein temporäres Unvermögen cool zu sein streiten, sitzt
mein Bewusstsein zufrieden grinsend auf dem Tisch, hört Hi-Speed-Soul und bastelt geduldig an der
Satzung für eine 1-Katze-Selbsthilfegruppe mit dem Titel "Enten und so!".
Dem Pseudo-Nazi Derek sei dank kann ich jetzt auch mit dem Rad zu mir selber fahren. Toll! :D
Der Drang zur echten Unabhängigkeit ist im Endeffekt stärker, als die sprunghaften Impulse des
Streuners und deswegen verhandeln jetzt beide über eine mögliche Zusammenarbeit, um dunkle Episoden,
verheerende Konsequenzen, Reue und frustrierte Mitmenschen zu vermeiden.
Klingt gut, denn in den nächsten 25 Minuten stürzt sich Johnny von der Klippe, landet nicht auf den
Füßen - hat halt nicht jeder Katzenskill - und wird wieder das Verlangen nach heroischen Dramen
erwecken.
Aber so ist das eben, alles ist im Fluss, das Pendel schwingt friedlich hin und her und Lou Barlows
Legendary wird zur Stelle sein, um dich so unglaublich traurig zu machen, dass es fast nicht
auszuhalten ist. Aber eben nur fast.
Und glücklich sein ist eigentlich so einfach. Aber eben nur eigentlich.