[Music: Helicopter Helicopter - Harsh Light]
Da sitzt du einfach da, in der Stille im Halbdunkel und wartest auf ein Wunder. Ein wenig subtiles
Wunder natürlich. Eins das mit einem riesengroßen pinken Hut und einer Federboa um den Hals vor dir
auf und ab springt, so dass jeder Cheerleader neidisch wäre und alles tut, um ja nicht übersehen
zu werden.
Aber es passiert nichts. Das Warten geht weiter, die Stille bleibt still, nur die Luft wird
kühler, dein Hoffen verwirrter und das Licht verblasst ganz.
Und irgendwann kommt der Moment, in dem du deine Vorstellung fallen lässt, dir einen neuen
Blickwinkel suchst und es dir dort bequem machst. Du wirst wieder ruhig und lässt deinen Blick
wandern. Was ist denn das? Da unten? Da schlummert unscheinbar ein kleines weißes Tier zu deinen
Füßen, vollkommen zufrieden damit, von niemandem bemerkt zu werden.
Es hebt den Kopf, schaut dich mit seinen kleinen schwarzen Augen für einen winzigen, aber sehr
eindrucksvollen Moment an, gibt seinen Namen preis und verschwindet.
Und da sitzt du wieder, verdutzt, wie angerempelt, sinnierst der aufblitzenden Erkenntnis nach
und würdest es nur mit viel gedanklicher Akrobatik schaffen, dich wieder mies und wartend zu
fühlen.
Manchmal ist alles so verdammt okay, dass es fast zum kotzen ist. Und dann sieht man sie auch, diese unauffälligen Wunder,
die ständig ihren Lauf nehmen, so wie diese Timing-Geschichten, die im Nachhinein betrachtet so
scheißengenial arrangiert waren, dass man gar nicht anders kann, als sich ein bisschen zu
schämen, weil man wiedermal nichts besseres zu tun hatte, als sich zu wehren und die Realität
zum Kampf herauszufordern.
Glaub mir, du verlierst. Und der Preis ist das glücklich sein.
Dann hasse ich es, dass einfach alles okay ist, weil das Ego das Drama braucht, um sich austoben
zu können.
Danach fühl ich mich traurig und alleine, wissend, dass ich es nicht ändern kann, einsehend, dass
es nicht geht, weil ich nach unten geschaut und mich selbst in einem irren M.C. Escher Bild
verlaufen habe.
Und dann schaue ich wieder hoch und es ist immernoch alles so, wie es ist und ich verfluche
und liebe es gleichermaßen.
Jetzt und hier. Sonst nichts.