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by Vera W.

Auszug (03.07.2008)

[Music: Donots - Killing Time & Somewhere Someday]

Ich liege auf dem Rücken und starre die Decke an. Das ist normalerweise die Position für vollkommen emotionsloses Nachdenken. Geht aber grad nicht, denn ich bin so verdammt einsam, dass es mich mehr glücklich, als wahnsinnig macht. Die Decke ist fremd. Zuhause ist unheimlich weit weg, aber ich fühle mich genauso viel oder wenig geborgen, wie sonst auch. Es spielt keine Rolle, wo man ist.
Du nimmst halt einfach alles mit. Vor allem die Hoffnungen, die steigen meist exponentiell mit der Entfernung. Ich weiß nicht, wie ich hier schlafen soll, denn das ist alles ein großes, wirr zusammengebautes Gebilde aus verschleierter Erinnerung und losgelassenen Händen. Aber auch das spielt keine Rolle, denn meistens schlafe ich sowieso, wenn ich wach bin und schleiche dann nachts zu allen Wesen, die mal irgendwann irgendetwas bewegen konnten. Meistens verweile ich bei denen, die davon überhaupt nichts wissen und die die vermeintlich winzigsten Schritte getan haben, deutlich länger, weil es die kleinen Dinge sind, an die ich mich erinnere. Vor allem, wenn sie gar nicht passiert sind.
Und so halten mich Personen am Leben, die niemals darauf kommen würden, dass ich auch nur eine Sekunde über sie nachdenke, wenn sie nicht gerade direkt vor mir stehen. Und selbst dann sind die meisten Menschen mit ihren Gedanken noch total woanders. Vielleicht ist das auch besser so, denn sehr oft würde man dann merken, dass derjenige einem eigentlich total egal ist. Und vor allem ganz anders.

Auf dem Raststättenklo haben sie irgendeine mystisch angehauchte Indianermusik gespielt. Ich finde pinkeln nicht besonders mystisch.
Aber ich finde ja auch, dass es im Rückspiegel geil aussieht, wenn sich 2 LKW überholen und dass man ruhig jemanden vergessen darf. Ich vergesse viel. Bei voller Lautstärke und in allen Einzelheiten.
Irre.

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If you want what I am, if you need what I am, come on let's be as one
[Samael - Us]