[Music: Breaking Benjamin - Forget it]
Es gibt Momente und Gefühle, die man bewahren möchte. Vor dem Verblassen, dem sich verändern und vor
allem vor der Bedeutungslosigkeit.
Dabei kann sie so schön sein, diese Veränderung. Noch heute vor einem Jahr stand eine riesen Mauer
der Fremde zwischen meinem Herzen und dem Unvertrauten, geradezu Beängstigenden, weil ich es einfach nicht
kannte. Lockerheit, Menschlichkeit, Empfindungen und jede Menge Akzeptanz.
Open your heart and close your eyes hatte ich zu jemand gesagt und musste mit ansehen, wie die
Kamera den Winkel veränderte und einen Haufen Konservierungsmittel zeigte, die ich alle fein säuberlich,
nach moralischen Gesichtspunkten angeordnet, in einer staubigen Ecke gelagert hatte.
Nunja, die Inventur zeigt diesmal ein deutlich bunteres Ergebnis, mit Bildern und ganz viel Musik,
schönen Farben und Klängen, Gerüche unbekannter Herkunft und einem Hauch von bedingungsloser Liebe.
Da wird einem erstmal klar, wie selbstverständlich man mit Einsamkeit aufgewachsen ist, wie sehr man sie gehasst hat,
wieviel Spuren sie hinterlassen musste und wie intensiv man jetzt Nähe erleben kann.
Da ist weniger soviel mehr, soviel echter und bedeutungsvoller, wie eine einzelne Träne, die lautlos
ihren Weg zur Erde findet und dort mit immernoch leicht schmerzlicher Wehmut von "früher" erzählen
kann.
Denn da gab es kein Namen vergessen, kein tanzen in gay Mützen, keine Anwesenheit, keine nächtlich
besoffenen Bewerbungsschreiben, gezogene Hüte, Jam-Sessions, Tee, Sein, rappende Viecher,
Groupie-Kids, Osterfeuer. Kein Lächeln. Alles unbekannt und seine Werte verkannt.
Also loslassen, früher durch heute ersetzen und nicht dran hängen bleiben.
Das macht dann Platz für Inspiration. Und das in einer großen, schrägen, verdammt schrägen Familie.
Da liegt viel Arbeit vor uns, atomare Gefahren, Lebensaufgaben, Geist, welcher entfaltet werden will,
Ersatzwärmflaschen und der Weg durch Kinderzimmerkonzerte und vor die Wand laufen wird viel Vertrauen
benötigen.
Die Kopfkirmessaison ist erstmal abgesagt. Danke! Bis zum nächsten Bandfrühstück.
PS.: Nicht egal! Ganz einfach.